9 Pestoarten: schnell unterscheiden, selbst zubereiten und Feinkosttipps
Pesto gibt es grob als grüne, rote, nussige und kräuterbasierte Varianten, und jede hat ihren eigenen Auftritt auf dem Teller. Das echte Pesto Genovese hat eine geschützte Rezeptur mit exakt sieben Zutaten und eignet sich am besten für klassische Pasta. Rote Sorten wie Pesto Rosso oder Trapanese passen zu Brot und Dips, nussige und kräuterige Varianten wie Pistazien‑ oder Bärlauchpesto bringen Abwechslung in beides.
Kurz gesagt:
- Nur echtes Pesto alla Genovese darf die geschützte Bezeichnung tragen, wenn es aus den sieben vorgeschriebenen Zutaten aus Genua besteht.
- Rote Pestos wie Pesto Rosso und Trapanese enthalten häufig getrocknete oder frische Tomaten und regional unterschiedliche Zusätze wie Paprika oder Mandeln.
- Nuss- und Kräutervarianten, beispielsweise Pistazien- oder Bärlauchpesto, bieten vielfältige Geschmackserlebnisse und sollten möglichst frisch und unverarbeitet verarbeitet werden.
- Die Zubereitung im Mörser bewahrt die Aromen besser, während ein Mixer das Pesto schneller erwärmen und somit den Geschmack beeinträchtigen kann.
- Das Servieren von Pesto sollte stets außerhalb der Hitze erfolgen, um die frischen Aromen zu bewahren, etwa durch vorsichtiges Unterheben in die Pasta oder als Brotaufstrich.
Inhaltsverzeichnis
- Welche Pesto Arten gibt es? Eine schnelle Übersicht
- Was macht echtes Pesto alla Genovese aus?
- Rote Pestos und regionale Varianten
- Nuss- und Kräutervarianten: Von Pistazie bis Avocado
- Zubereitung ohne Aromaverlust: Mörser oder Mixer?
- Wie serviert man die verschiedenen Pesto Sorten am besten?
- Warum Landos bestimmte Pesto‑Sorten führt
- Passende Pesto-Empfehlungen aus unserem Sortiment
- Quellen
Welche Pesto Arten gibt es? Eine schnelle Übersicht
Bevor Sie sich für eine Sorte entscheiden, hilft ein Blick auf die wichtigsten Vertreter. Manche sind uralte Klassiker, andere moderne Abwandlungen, die sich in italienischen Küchen und darüber hinaus durchgesetzt haben.
- Pesto Genovese: Basilikum, Pinienkerne, Parmigiano Reggiano, Pecorino, Knoblauch, Olivenöl. Der Ursprung aller grünen Pestos.
- Pesto Rosso: Sonnengetrocknete Tomaten, manchmal Paprika, kräftig und leicht süßlich.
- Pesto alla Trapanese: Sizilianisch, mit Mandeln statt Pinienkernen und frischen statt getrockneten Tomaten.
- Pistazienpesto: Buttrig, leicht süß, oft mit Basilikum oder Petersilie kombiniert.
- Bärlauchpesto: Frühlingsvariante mit intensiver, leicht knoblauchartiger Schärfe.
- Rucolapesto: Herb und pfeffrig, meist mit Walnüssen statt Pinienkernen.
- Walnusspesto: Erdig und herbstlich, passt gut zu Käse und dunklem Brot.
- Avocadopesto: Cremig statt ölig, eine moderne Interpretation ohne klassische Tradition.
- Trüffelpesto: Intensiv und erdig, meist als Delikatesse in kleinen Mengen verwendet.
Genovese und Trapanese sind regional fest verwurzelt in Ligurien beziehungsweise Sizilien. Die meisten anderen Varianten sind freiere, moderne Interpretationen ohne festgelegte Herkunftsregel.
Was macht echtes Pesto alla Genovese aus?
Nicht jedes grüne Pesto darf sich „Genovese“ nennen. Das Consorzio del Pesto Genovese hat sieben Zutaten festgelegt, die für ein DOP‑zertifiziertes Pesto Genovese verbindlich sind:
- Genueser Basilikum DOP
- Natives Olivenöl extra
- Parmigiano Reggiano DOP
- Pecorino DOP, meist Fiore Sardo
- Pinienkerne
- Knoblauch
- Salz
Pesto Genovese DOP trägt eine geschützte Herkunftsbezeichnung und darf nur mit diesen exakten Zutaten aus der Region Genua entstehen. Pesto alla Genovese oder Pesto Verde sind Bezeichnungen für Rezepte im gleichen Stil, die aber nicht zertifiziert sein müssen und oft mit Cashewkernen oder anderen Käsesorten variieren.
Ein Basisrezept für vier Portionen: Basilikumblätter, Pinienkerne, Parmigiano Reggiano, Pecorino, Knoblauch, Olivenöl und Salz in angemessenen Mengen. Knoblauch und Pinienkerne fein zerreiben, Basilikum und Käse zugeben, langsam das Öl einarbeiten, bis eine cremige Paste entsteht.
Rote Pestos und regionale Varianten
Rote Pestos schmecken kräftiger und etwas süßlicher als Genovese, weil getrocknete oder frische Tomaten den Ton angeben.
- Pesto Rosso basiert auf sonnengetrockneten Tomaten, gelegentlich ergänzt durch Paprika, und schmeckt intensiver als grüne Varianten.
- Pesto alla Trapanese stammt aus Sizilien und verwendet Mandeln statt Pinienkernen, dazu frische Tomaten, Knoblauch, Basilikum und Pecorino. Es enthält deutlich weniger Basilikum als sein liguriches Vorbild.
- Calabrese‑Varianten setzen oft auf scharfe Peperoncini und passen gut zu deftigen Fleisch- oder Käsegerichten, wenn Sie es gerne würziger mögen.
Rezepte in beiden Regionen mischen häufig Pecorino und Parmigiano, um Salzigkeit und Umami auszubalancieren.
Nuss- und Kräutervarianten: Von Pistazie bis Avocado
Wer Abwechslung zum klassischen Basilikumpesto sucht, findet bei den Nuss‑ und Kräutervarianten reichlich Auswahl.
- Pistazienpesto schmeckt buttrig und leicht süß. Achten Sie beim Kauf auf ungesalzene, frisch geröstete Pistazien, etwa geröstete und gesalzene Nefisso‑Pistazien, die sich auch ungesalzen fein vermahlen lassen.
- Walnusspesto bringt eine erdige, herbstliche Note und passt gut zu kräftigem Hartkäse oder dunklem Brot.
- Rucolapesto ist herb und pfeffrig, oft kombiniert mit Walnüssen statt Pinienkernen.
- Bärlauchpesto liefert eine intensive, leicht knoblauchartige Schärfe und eignet sich besonders im Frühling.
- Avocadopesto ist cremiger als die klassischen Öl‑Varianten und eine moderne, tradionsfreie Interpretation.
Zubereitung ohne Aromaverlust: Mörser oder Mixer?
Der Name „Pesto“ kommt von „pestare“, also zerstoßen, und genau das macht den Unterschied im Aroma. Der Mörser zerreibt Zutaten schonend, ohne Hitze zu erzeugen. Ein elektrischer Mixer arbeitet schneller, erwärmt die Masse aber durch die Klingenreibung, und diese Wärme kann Basilikum schneller oxidieren lassen.

Basilikum wird an der Luft rasch dunkel und verliert seine leuchtend grüne Farbe. Zügiges Arbeiten und ein Schuss Zitronensaft oder Olivenöl verlangsamen diesen Prozess merklich.
Für die klassische Reihenfolge im Mörser gilt: Zuerst Knoblauch mit grobem Salz zu einer Paste zerreiben, etwa mit Meersalzflocken mit Knoblauch und Basilikum, dann Nüsse, Kräuter und Käse nach und nach zugeben, zum Schluss das Öl langsam einarbeiten.
Profi‑Tipp: Frieren Sie Pesto portionsweise in Eiswürfelschalen ein. So taut immer nur die Menge auf, die Sie tatsächlich brauchen, und Farbe wie Aroma bleiben länger stabil.

Im Kühlschrank hält sich Pesto luftdicht verschlossen und mit einer dünnen Ölschicht bedeckt etwa eine Woche. Eingefroren bleibt es mehrere Monate genießbar.
Wie serviert man die verschiedenen Pesto Sorten am besten?
Pesto ist vielseitiger, als viele denken, und nicht jede Sorte gehört automatisch auf Nudeln.
- Für cremige Pasta rühren Sie das Pesto außerhalb der Hitze mit etwas Nudelwasser ein, das gilt besonders bei der Trapanese‑Variante, damit die Sauce nicht stumpf und körnig wird.
- Als Brotaufstrich funktionieren rote und nussige Pestos besonders gut, etwa auf Bruschetta.
- Als Dip für Gemüse oder als Marinade für gegrilltes Fleisch eignen sich kräftigere Varianten wie Rosso oder Calabrese.
- Zu würzigem Hartkäse und trockenem Weißwein passen die meisten Pestos gut, probieren Sie es aus.
Warum Landos bestimmte Pesto‑Sorten führt
Bei der Auswahl unseres Feinkostsortiments achten wir auf Authentizität und Herkunft, nicht auf beliebige Massenware. Pesto Genovese gehört für uns dazu, weil es der unangefochtene Klassiker ist und Pesto al Tartufo, weil Trüffel eine Delikatesse ist, die sich kaum jemand selbst zuhause im Mörser herstellt. Unser Laden in Titisee und der Online‑Versand ermöglichen es, solche Produkte frisch und gut gelagert zu Ihnen zu bringen.
— Christopher
Passende Pesto-Empfehlungen aus unserem Sortiment
Landos ist kein Rezeptblog, sondern der Ort, an dem Sie die Zutaten und fertigen Feinkostprodukte direkt kaufen können, statt selbst durch mehrere Läden zu ziehen. Unser PESTO ALLA GENOVESE folgt der traditionellen Rezeptur mit echtem Basilikum, Pinienkernen und Hartkäse, während das PESTO AL TARTUFO für alle gedacht ist, die eine intensivere, edlere Note suchen.
Beide Sorten lassen sich wunderbar mit handgemachter Pasta kombinieren, und wer noch einen passenden Tropfen dazu möchte, findet in unserer Weinauswahl den richtigen Begleiter. Für alle, die ein größeres Feinkostpaket zusammenstellen wollen, lohnt sich ein Blick in unsere Feinkost‑Kategorie. Bestellen Sie online mit Versand nach Hause oder schauen Sie direkt in unserem Laden in Titisee vorbei.
Quellen
Die Wikipedia‑Seite zu Pesto erklärt die offizielle DOP‑Rezeptur des Consorzio. Der Maggi Kochratgeber liefert praktische Zubereitungstipps zum Mörsern. Für die sizilianische Variante lohnt sich die englische Wikipedia‑Seite zu Pesto alla Trapanese, ergänzt durch das Rezept von Serious Eats.
- Pesto — Wikipedia
- Pesto alla Trapanese — Wikipedia
- Maggi Kochratgeber: Pesto
- Serious Eats: Pesto alla Trapanese Recipe
